Häufig gestellte Fragen

2. Wie auf eine internationale Kooperation vorbereiten?

Wenn Ihre Organisation plant, mehr international zu arbeiten, sollten Sie nicht nur EU-Förderprogramme in Betracht ziehen, sondern auch nationale, bilaterale, und regionale Programme, die auch internationale Aktivitäten fördern, denn

  • in EU-Ländern gibt es eine Menge privater und öffentlicher Mittel, die Auslandsaufenthalte (z.B. für Job Shadowing) oder einzelne Projektaktivitäten unterstützen; der Antrag ist oft nicht so kompliziert und haben oft eine hohe Erfolgsquote.
  • Es gibt auch viele regionale Förderprogramme, wie z.B. spezielle Förderprogramme für den nordischen Raum, die Ostseeregion, die Balkanregion, das Mittelmeer usw.; und ebenso gibt es viele bilaterale Fonds in ganz Europa.

Bilaterale oder regionale Aktivitäten können ein guter erster Schritt in der internationalen Arbeit sein, was neue Kontakte und Erfahrungen für den nächsten Schritt bringen kann.

Darüber hinaus kann es eine gute Idee sein, seine Projektidee für verschiedene Projektanträge zu verwenden, sodass Sie eine gewisse Synergie in Ihrer Antragsstrategie, die verschiedene Aspekte derselben Projektidee entwickeln, erzielen können. Dennoch ist es auch wichtig, auf die Anforderungen und Schwerpunkte von jedem Förderprogramm und die Vereinbarkeit der unterschiedlichen Förderprogramme zu achten, denn sie können sehr unterschiedlich sein.

on Donnerstag Oktober 15 by German

3. Wie mit einer internationalen Kooperation beginnen?

Mögliche Projektpartner sollten drei Kriterien entsprechen:

  • Thematische und inhaltliche Verwandtschaft (aber nicht zwangsweise aus demselben Arbeitsfeld, da z.B. komplementäre Ansätze einen Mehrwert generieren können)
  • Bestenfalls Erfahrung im Fachgebiet (je nach Bedarf im Projekt)
  • Gute Kommunikationswege

Empfehlenswert sind drei Wege zur Partnerfindung:

  • Bereits bekannte Organisationen anfragen
  • Partnersuche über Projektsuche
  • Partnersuche über Partnerplattformen

Sofern man noch keine Kontakte zu Organisationen in Europa hat, empfiehlt es sich vor allem, Organisationen über bereits durchgeführte EU-Projekte zu finden, da diese bereits Erfahrung in internationalen Kooperationen haben und in der Regel als seriös einzustufen sind. Nähere Informationen zu 2) und 3) gibt es hier.

Die Größe der Organisationen kann in einem Projekt stark variieren. Man kann/soll bei der Partnerakquise auch größere Organisationen kontaktieren. Diese können möglichweise aufgrund ihrer Ressourcen einen Mehrwert für das Projekt erzielen.

Ebenso ist es hilfreich, auf Plattformen wie z.B. EPALE ein Profil anzulegen und dieses mit Informationen über die eigene Organisation zu füllen, um andere Organisation auf sich aufmerksam zu machen. Nähere Informationen zu Plattformen gibt es hier.

on Dienstag Juni 23 by German

4. Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Jedes Förderprogramm ist in seiner Programmatik hinsichtlich geografischer Verortung, thematischen Schwerpunkten und der Finanzierungsart unterschiedlich. Ebenso ist zu beachten, dass jedes Förderprogramm für die einzelne Förderperiode spezielle thematische Schwerpunkte hat und zum Teil auch die Nationalagenturen national/regional eigene Förderschwerpunkte setzen. Auf diese sollte besonders in der Konzeption und in der Antragstellung eingegangen werden, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Zudem ist es sinnvoll, sich laufend über die einzelnen Calls der passenden Förderschienen zu informieren, um auf einen geeigneten Call reagieren zu können.

Das geeignete Förderprogramm kann man anhand folgender Kriterien eruieren:

  • Lokale Verortung des Projekts und der Projektpartner und geografische Ausrichtung des Förderprogramms
  • Thematische Einbettung in das Förderprogramm
  • Art der Finanzierung (Voll- oder Teilfinanzierung)
  • Thematische Schwerpunkte der Förderperiode
  • Projektlaufzeiten der Förderprogramme

Nähere Informationen zu den Förderprogrammen gibt es hier und zur Förderprogrammsuche hier.

on Dienstag Juni 23 by German

Informations- bzw. Beratungsgespräche vor der Antragseinreichung zu führen, ist sehr empfehlenswert, um die Projektidee nach formalen und inhaltlichen Kriterien der Fördereinrichtung anpassen zu können und so Schwächen zu minimieren. Je nach Förderprogramm sind andere Stellen dafür zuständig. Wichtig ist es, zu entscheiden, bei welchem Förderprogramm das Projekt eingereicht werden soll und sich im Anschluss über die jeweilige Förderstelle/Nationalagentur zu informieren. Oftmals finden sich über die Websites der Förderstellen/Nationalagenturen Kontaktmöglichkeiten. Eine Übersicht über einzelne Förderprogramme gibt es hier.

on Dienstag Juni 23 by German

5. Wie einen guten Antrag für Mobilitätsprojekte anfertigen?

Förderanträge sind bei jedem Förderprogramm und bei jedem Call unterschiedlich. Sobald ein Projekt eingereicht werden soll, ist es notwendig, die Förderrichtlinien und Förderkriterien genau zu studieren. Ebenso sollten die Fördervoraussetzungen und benötigten Materialien zuvor recherchiert werden, um die Förderunterlagen gesammelt einreichen zu können.

Förderanträge werden zumeist über ein Online-Formular mit vorgegebener Zeichenanzahl eingereicht. Hierbei ist zu beachten, dass vor allem die ausführlichere Projektbeschreibung und kürzere Projektzusammenfassung (mit den Projektzielen) sehr gut vorbereitet werden. Ebenso sind ein Zeitablauf, ein Budgetplan und eine Partnerbeschreibung notwendig. Hier kann Zeit gespart werden, wenn diese Details bereits im Vorfeld ausgearbeitet und von den Partnerorganisationen eingeholt wurden. Eine präzise Ausdrucksweise ist sehr empfehlenswert. Nach Möglichkeit sollten die vorgegebenen Zeichen in einem Antrag ausgenutzt werden, um dabei das Projekt möglichst genau den Fördergebern darzustellen. Abzuraten ist aber von leeren Phrasen und mehrfachen Wiederholungen.

on Dienstag Juni 23 by German

6. Wie einen guten Antrag für Partnerschaftsprojekte anfertigen?

Sofern man ein eigenes Projekt einreichen möchte, ist Folgendes zu überprüfen:

  • Entwickelt man ein innovatives (neu entworfenes) oder ein Best-Practice Projekt (angelehnt an bereits erfolgreich absolvierte Projekte)? Beides ist möglich!
  • Gibt es klar definierbare Projektziele mit internationaler Relevanz?
  • Wo soll / kann das Projekt umgesetzt werden? (Rahmenbedingungen der jeweiligen Projektpartnerländer beachten)
  • Ist es vereinbar mit den Zielen, Richtlinien und Zeiträumen des Förderprogramms?
  • Gibt es geeignete Partnerorganisationen für meine Idee?
  • Benötige ich eine Vollfinanzierung durch ein Förderprogramm oder gibt es noch andere (nationale) Förder- / Sponsoringmöglichkeiten?
  • Wann sind die Fristen der Einreichung? (Bei allen Förderprogrammen unterschiedlich)
  • Entspricht meine finanzielle Kalkulation wirklich meinen eingesetzten Ressourcen?
on Dienstag Juni 23 by German

8. Was kennzeichnet einen guten Projektkoordinator/Leadpartner?

Laut des PMI (Project Management Institute) Dreiecks, sind die wichtigsten Kompetenzen für Projektmanager*innen eine Kombination von Wissen, Fähigkeiten, und Verhalten im technischen Projektmanagement, in Leitung, und im strategischen und geschäftlichen Management.

Technische Fähigkeiten umfassen die Kompetenten so wie praktisches Fachwissen, nutz der Werkzeuge, usw. die gebraucht sind, um den Projektmanager*innen bei dem Planen und Ausführen des Projekts zu unterstützen.

Die 10 wichtigsten technischen Fähigkeiten sind:

  • Akquisefähigkeiten
  • Englisch Sprachfähigkeiten
  • Planung von Projekten und zeitliche Strukturierung
  • Auswertung
  • Koordination der Teamarbeit
  • Finanzverwaltung
  • Budgetierung und Kostenschätzung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Interne Kommunikation
  • Organisation von Workshops
on Donnerstag Oktober 15 by German

9. Wie die eigenen Kompetenzen bei internationalen Kooperationen verbessern?

Mentoring Angebote sind sehr hilfreich und werden oft benutzt, um die Erfahrungen erfahrener Projektmanager*innen mit weniger erfahrenen zu teilen. Dank wirksamen Mentoring kann ein*e Mentor*in seine Erfahrungen und Wissen seinem „Student“ (oder Mentee) vorbeibringen. Dieses fördert die Inklusion, das berufliche Wachstum, und die persönliche Reifung des Mentees.

Was ist Mentoring?

  1. Mentoring ist eine arbeitsbasierte Schulungsmaßnahme, bei der Mentor*in und Mentee in Einzelarbeit zur Wissenserweiterung des Mentees beitragen, um seine beruflichen Fähigkeiten, aber auch seine Einstellungen und sein Verhalten zu verbessern.
  2. Mentoring kann persönlich, aber kann auch durch andere Kommunikationsmethoden stattfinden (zum Beispiel, E-Mentoring). Mentoring geschieht auf jeden Fall immer auf Vertrauensbasis.
  3. Mentoring kann formell (strukturiertes Mentoring-Programm mit Aufgaben) oder informell (eine Vereinbarung zwischen zwei Kolleg*innen in einer Firma) sein.
  4. Mentoring unterscheidet sich von Coaching im Folgenden:
    • Mentoring ist eine längerfristige Beziehung.
    • Mentoring hat einen breiteren, Coaching hat eher einen eingeschränkten Fokus.
    • Mentoring fokussiert sich auf die persönliche und berufliche Entwicklung, während Coaching hauptsächlich auf die Leistung ausgerichtet ist.
on Donnerstag Oktober 15 by German

10. Welche Herausforderungen (Probleme/Schwierigkeiten) existieren bei internationalen Kooperationen und welche Lösungsansätze gibt es?

Kommunikation und Verbreitung des Projekts sind grundlegend für den nachhaltigen Erfolg eines Projekts. Daher ist es sehr zu empfehlen, in der Projektkonzeption bereits einen Kommunikations- und Verbreitungsplan zu entwerfen, der sich in einem Arbeitspaket mit einzelnen Arbeitsaufgaben für die Projektpartner wiederfindet. So kann gewährleistet werden, dass die Projektziele und -inhalte fortlaufend an die Stakeholder und Zielgruppen vermittelt werden können. Ebenso eignet sich eine Aussendung mit Projektinformationen an Stakeholder und nationale und internationale Medien zur weiteren Verbreitung.

Mögliche Kommunikationskanäle sind:

  • Website (ggf. eigene Projektwebsite)
  • Newsletter
  • Social Media (ggf. eigene Projekt Social Media Seiten/Accounts)
  • Stakeholder
  • Wissensplattformen (hier gibt es eine Übersicht)
  • Nationale und internationale Medien (TV, Radio, Print- Onlinemedien, etc.).
on Dienstag Juni 23 by German

Sofern ein Projektpartner seine Aufgaben nicht übernimmt, ist es wichtig, mit Fingerspitzengefühl zu agieren und sich die Frage zu stellen: Würden die anderen Partner seine Aufgaben übernehmen können oder wäre das wegen fehlender Ressourcen und Kompetenzen nicht möglich? Falls man zu dem Schluss kommt, dass der unzuverlässige Partner gebraucht wird und dieser nach mehrfacher Aufforderung weiterhin seinen Aufgaben nicht nachkommt, kann der Koordinationspartner Zahlungen an den diesen Partner zurückhalten, bis die Aufgaben erledigt sind.

Sofern jedoch ein Partner abspringt oder man das Projekt ohne einen Partner fortführen möchte, ist es wichtig, sofort die Fördereinrichtung/Nationalagentur darüber in Kenntnis zu setzen und gemeinsam einen Alternativplan zu entwickeln. Dieser kann entweder vorsehen, dass die verbleibenden Projektpartner Aufgaben übernehmen, um das Projekt wie geplant zu Ende zu führen (dadurch ändert sich auch meist die Budgetierung), die Akquirierung eines neuen Partners oder eine Verkleinerung des Projekts bedeuten. Ein Ende des Projekts ist nur in den wenigsten Fällen die einzige Möglichkeit und sollte natürlich vermieden werden.

on Dienstag Juni 23 by German